Am vergangenen Samstag waren mein Mann und ich am Museumshafen Schuppen 50 unterwegs. Dabei haben wir einen tollen Blick auf die Elbphilharmonie und den Michel (St. Michaelis) entdeckt: zwei Hamburger Wahrzeichen auf einem Foto.
So schön die Aussicht auch ist, eines ist mir dabei wieder aufgefallen: Die modernen Neubauten und Hochhäuser am Hafen nehmen meiner Meinung nach immer mehr den freien Blick auf Hamburg. Früher wirkte die Skyline offener, heute versperren viele der neuen Gebäude die Sicht auf die Stadt. Schade eigentlich, denn gerade die Mischung aus Hafen, Wasser und den historischen Wahrzeichen macht für mich den besonderen Charme Hamburgs aus.
Am Hafen knallt die Mittagssonne auf den Asphalt, und der Wind drückt den Geruch von altem Frittierfett direkt in die Nase. Bei Claus an der Bude ist die Schlange wie immer zu lang, aber Fiedde, Hein und Kalle stehen trotzdem da, wo auch sonst.
Fiedde trommelt ungeduldig auf die Tresenkante. „Claus, mach mal Meter hier. Mayo ordentlich drauf, ich hab Hunger wien Hafenschlepper.
Hein schaut derweil skeptisch in die dunkle Brühe der Fritteuse. „Sag mal, Claus, wechselst du das Öl auch mal oder filterst du da nur die gröbsten Möwenfedern raus? Er wartet die Antwort gar nicht ab und schnappt sich trotzdem die Plastikgabel.
Kalle hat die Backen schon voll, schiebt sich eine Pommes nach der nächsten rein und grinst. „Claus, krieg ich eigentlich Mengenrabatt, wenn ich morgen die Jungs vom Zoll mitbringe?
Claus schüttelt nur den Kopf, schaufelt wortlos die nächste Portion in die Schale und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Im Hintergrund tuckert ein Kutter vorbei, eine Möwe schreit das Dach zusammen, und für einen Moment ist der ganze Hafenlärm genau so, wie er sein muss.
Die drei Hafenmöwen Fiedde, Hein und Kalle haben heute ihre erste gemeinsame Schicht als Hafenwache. Großes Kino ist das nicht, eher viel Geschrei, ein paar verrutschte Mützen und dieser kleine Rest Stolz, den man eben hat, wenn man meint, wichtig zu sein.
Fiedde hat sich auf einem Poller breitgemacht und zwinkert jedem Kutter zu, der vorbeischaukelt. „Moin!, ruft er, als würde er persönlich den Hafenbetrieb am Laufen halten.
Hein steht ein Stück weiter, die Flügel im Nacken, und zählt mit zusammengekniffenen Augen die Container auf einem Frachter. „Nee… dat passt doch hinten und vorne nich, murmelt er, als hätte er jemals Ahnung von Containern gehabt.
Kalle dagegen hat sich in eine Rettungsboje verguckt. Er sitzt davor wie ein verliebter Teenager und nennt das Ding „Berta, als wäre das völlig normal.
Ein Schlepper brummt vorbei, Möwen kreischen durcheinander, und die Sonne glitzert auf dem Wasser, als hätte sie heute gute Laune. Kurz gesagt: ein ganz gewöhnlicher Tag für drei gefiederte Hafenhelden, die mehr Herz haben, als man ihnen zutrauen würde.
Und klar: alles frei erfunden. Falls es irgendwo Möwen gibt, die Fiedde, Hein oder Kalle heißen, Container zählen oder Rettungsbojen anschmachten: reiner Zufall.
Aber ein bisschen norddeutsche Sehnsucht nach Möwengeschichten darf man ja wohl haben.
Ja, es lag noch kein Schnee. Der fiel erst, als wir abreisten. So ist es einfach ein Strand, schmuddelig und voll mit Seetang und ein Paradis für Möwen.
Mit ihren beeindruckenden 720 Metern ist die Prerower Seebrücke die längste an der Ostseeküste. An ihrem Ende erstreckt sich der hufeisenförmig angelegte neue Inselhafen. Er bietet Not-Liegeplätze für Fischkutter, Sportboote und den Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“.
Fiete und Erna spähen neugierig, wer wohl so leichtsinnig ist, sein Fischbrötchen unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Und kaum entdecken sie einen Kandidaten – zack, stürzen sie sich erbarmungslos im Tiefflug auf die leckere Beute. In Warnemünde hingegen geht’s entspannter zu: Dort stehen an den Buden große Sonnenschirme, unter denen man sein Fischbrötchen in aller Ruhe genießen kann – ohne ständig den Luftraum im Auge behalten zu müssen.